Gutes Beispiel aus dem wahren Leben
Heute kam in die VABO 8 mein ehemaliger Schüler Hussam. Er hat bei mir vor 5 Jahren einen B2+-Kurs gemacht, wie sich aber herausstellte, fing er 2016, als er nach Deutschland kam, mit deutschen Buchstaben und Zahlen an, dann A1, A2, B1, B2 und ein Deutschkurs für Pflegekräfte. Warum Pflege?
Bevor Hussam nach Deutschland kam, studierte er einige Semester Medizin in seiner Heimat Syrien. In Deutschland wollte er allerdings nicht mehr studieren, sondern eine Ausbildung machen und schneller Geld verdienen. Nach einigen Überlegungen fand er seinen Wunschberuf – Rettungssanitäter. Der Weg dahin war nicht ganz einfach, Hussam musste sich nach seinen Sprachkursen 3 Jahre lang um eine Ausbildungsstelle als Rettungssanitäter bewerben, bis er endlich genommen wurde. Die Ausbildung dauerte 3 Jahre (Voraussetzung Realschule oder eine abgeschlossene Ausbildung und LKW-Führerschein), seitdem arbeitet Hussam als Rettungssanitäter, fährt im großen Rettungswagen, dem mit „Tatü-tata“ 😊, ist manchmal auch an der Leitstelle und nimmt die Notrufe entgegen.
Mit einem Hauptschulabschluss und einem PKW-Führerschein kann man nach einigen Monaten Ausbildung bereits Rettungshelfer/in werden und Krankentransporte in einem kleinen Krankenwagen fahren, ohne „Tatü-tata“. Danach kann es nur noch besser werden.
Das Wichtigste war eine Botschaft von Hussam: „In Deutschland gibt es sehr viele Wege, viele Türen zum Erfolg. Die Türen sind momentan geschlossen. Der Schlüssel ist die deutsche Sprache. Ohne die Sprache geht es nicht. Geht dabei wie auf der Treppe: Schritt für Schritt, eine Stufe nach der nächsten.“
Hussam liebt seinen Beruf, er hat seinen Weg gefunden und war dabei erfolgreich. Es freut uns Lehrer immer, wenn unsere Schüler sich erfolgreich integrieren. Ich bin noch nicht lange an der Schule, aber ich möchte bald auch einen ehemaligen SPIZ-Schüler als ein gutes Beispiel für gelungene Integration in den Unterricht einladen.
Meine Schüler wollen sich anstrengen 😊
