Girl’s Day 2025

Es war ein toller Tag! Ich saß in meinem Büro, trank noch eine Tasse Kaffee und bereitete mich innerlich auf den Girl-Day vor. 60 Mädchen besuchen das Sprach- und Integrationszentrum in Feuerbach und heute ist ihr Tag. Sie hatten ihn sich gewünscht. Sie wollten mit mir über ihre Themen reden. Was wohl kommen würde? Draußen auf dem Flur wurde es unruhig. 8:30 Uhr. Asmaa steckte ihren Kopf zur Türe rein. „Alle sind da! Nur Sie fehlen noch!“ „Ich komme“, antwortete ich und stand auf.
Wir fuhren gemeinsam in die Königstrasse, denn dort hatten wir mehr Platz und waren ungestört. Ich machte mir Gedanken, wie wir uns wohl verständigen würden, denn die Sprachniveaus waren doch sehr unterschiedlich. „Das ist kein Problem“, sagten die Schülerinnen. „Wir übersetzen und wenn Sie zu schnell sind, dann melden wir uns.“
Wir sprachen über viele Themen: Krieg, Geldnot, Sicherheit, Freiheit, das Leben in Deutschland, welche Ausbildungen gibt es für Frauen und vieles mehr. Ich hatte den Eindruck, es war wichtig darüber zu reden, woher jede einzelne Frau kam, warum sie ihre Heimat verlassen hatte und welche Hoffnung sie mit dem Leben in Deutschland verbindet. Es gibt nicht Flüchtlinge erster und zweiter Klasse. Alle wollen ein glückliches Leben führen. Die Gemeinschaft unter den Mädchen wurde stärker. Es war deutlich zu spüren und das berührte mich.
Wir besuchten noch die Schule der Physiotherapeuten, machten lustige Fotos und gingen dann zufrieden nach Hause.
Seitdem helfen die Schülerinnen sich gegenseitig viel mehr. Sie verstecken sich nicht mehr. Ich höre sie fröhlich plaudern, lachen und mit den Jungs reden. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Ich bin sehr stolz auf unsere Schülerinnen. Nächstes Jahr müssen wir wieder einen Girls-Day veranstalten.
Irene Schuler


